KULTURERBE

Die Gründung

Die Ursprünge
Eine Jahrhunderte alte Geschichte

Das Château wurde um 1480 von der Familie ‚de Vinsons‘ erbaut. Damals herrschte König Ludwig XI in Frankreich.
Erbaut in den Anfängen der Renaissance, ist die Architektur des Château noch stark durch den gotischen Stil beeinflusst.

Die Nordfassade enthüllt den anfänglichen Stil des Gebäudes, mit Ausnahme der seitlichen Anbauten.
Das prächtige Dachfenster auf der linken Seite, ein Hauptelement der gesamten Komposition, zeugt von der Blütezeit der mittelalterlichen Architektur. Es wirkt, als wäre es aus dem dunklen Schieferdach herausgeschnitten worden. Die in den Stein gehauenen floralen Ornamente, die Kohlröschen und die zierenden Häkchen der kleinen Spitztürme, geben den Anschein, als würden sie sich mit dem blauen Himmel verhaken.
Das zweite Dachfenster weist dagegen die klassische Strenge der Renaissance auf. Die fehlende Symmetrie stört keinesfalls die Harmonie des Gebäudes. Im Gegenteil, sie unterstreicht die Spuren einer fünf Jahrhunderte alten Geschichte.

Der Name

Beaulon
Ein Familienbesitz

Gegen 1530 geht das Château in den Besitz der Familie ‚de Beaulon‘ über, deren Name es heute noch trägt.

Bedeutende Arbeiten wurden damals realisiert: Das Renaissance Fenster der Nordfassade und die imposante, mit romanischen Büsten geschmückte Treppe im italienischen Stil, deren Turm das dominierende Hauptelement der Südfassade darstellt.
Zwischen 1543 und 1574 führt François de Beaulon den Familienbesitz, gefolgt von Elie de Beaulon als letzter Eigentümer aus der Familie. Das Château geht schließlich bis 1712 in den Besitz der Familie ‚de Nesmond‘ über.

Eine Tradition

Die Bischöfe von Bordeaux
Ihr Einfluss

Im 17. Jahrhundert stellt der Erbe von Beaulon, Eure Eminenz de Nesmond, Bischof von Bayeux und Ratgeber von König Ludwig XIV, das Château den Bischöfen von Bordeaux zur Verfügung. Diese werden einen maßgebenden Einfluss auf das Weinbaugebiet haben.

Als sie den Besitz von Beaulon übernehmen, finden sie in der Tat einen Weinberg vor, der eigens für die Produktion von Eau-de-vie bestimmt ist. Als Liebhaber der Sauternes-Weine, ist es ihr Ziel, die Vielfalt und Qualität genau dieser Weine zu erreichen und zu produzieren.
So fügen sie dem Gut zunächst die Traubensorten Semillon und Sauvignon hinzu. Später erlangt das Weinbaugebiet des Médocs noch einen weiteren Erfolg durch die Einführung der Traubensorten Cabernet Franc und Sauvignon. Der Grundstein des Bordeaux-Weins ist gelegt. Der Bordeaux-Charakter verfeinert sich im Laufe der Jahre und prägt schließlich den Pineau des Château de Beaulon in seiner Persönlichkeit und Eleganz.

Heute

Eine Leidenschaft
Die Verpflichtung zur Qualität

Im Jahre 1959 erwirbt Christian Thomas das Gut und macht es wieder zu einem Familienunternehmen. Besorgt um den Erhalt des Gebäudes, stellt er den Antrag, das Château als historisches Monument unter Denkmalschutz zu setzen, was schließlich 1987 gelingt.

Er veranlasst Restaurierungen am ganzen Château, insbesondere an der Nord- und Südfassade.
Seit 47 Jahren kontrolliert Christian Thomas strikt und leidenschaftlich den Cognac und den Pineau des Charentes des Château de Beaulon, deren herausragende Qualität sowohl in Frankreich als auch im Ausland renommiert ist.
Cognac und Pineau sind hier weit mehr als eine AOC (Appellation d’Origine Contrôlée). Sie sind eine Kultur, ein Lebensstil und eine Kunst des Genusses und der Rafinesse.

Pineau und Cognac stammen in Beaulon von einem einzigartigen Weinbaugebiet, das die Echtheit der Appellation ‚Château‘ garantiert.

Der Taubenschlag

Ein Privileg
Feudales Gewohnheitsrecht

Im Nordwesten des Château steht der runde Taubenschlag aus dem Jahre 1740. Zu dieser Zeit ist es noch ein herrschaftliches Privileg, einen Taubenschlag zu besitzen.

Er hat ein kegelförmiges Dach aus flachen Terrakotta Ziegeln. Im Inneren ermöglicht eine Drehleiter das Erreichen der 1500 Nistlöcher, die im unteren Teil quadratisch und aus Stein sind, im oberen Teil dagegen rund und aus Ton, der in das Mauerwerk eingefasst wurde.

Der Park

Das Juwel des Château
Angelegte Gärten und Grünflächen

Bei seiner Ankunft am Château wird der Besucher von einer alten Esche empfangen. Im Gegenlicht heben ihr Laubwerk und ihr Schatten die Leuchtkraft und Farbintensität der dahinterliegenden Grünflächen und Blumenbeete hervor.

Das für den Weinbau günstige Klima erlaubt im Zierpark auch die Pflanzung einer tropischen Bananenstaude. Diese befindet sich auf der Südseite des Parks, an der Kreuzung der Alleen, die den Besucher zum Château oder zu den ?Fontaines Bleues? führen.
Zwischen der Nordfassade des Hauptgebäudes und dem Taubenschlag breitet sich eine halbkreisförmige Grünfläche aus, verziert mit Blumenbeeten und kunstvoll geschnittenen Koniferen. Im Zentrum des Halbkreises wacht eine, den Weinbau symbolisierende, zierliche Skulptur über die heitere Pracht des Parks.
Der Spaziergänger wird, gemäß seiner Stimmung, die eine oder andere Allee benutzen, die ihn zum Fichtenhochwald führt, in dessen Schutz sich die geheimnisvollen ?Fontaines Bleues? befinden. Noch bevor er den Waldrand erreicht, wird er das Lager der Flaschenfüllung des Château entdeckt und die verschiedenen Pflanzendüfte eingeatmet haben, die ihn auf dem ganzen Spaziergang begleiten werden.

Die Quellen

« Les Fontaines Bleues »
Natürliche Quellen in übernatürlichem Blau

Versteckt im Herzen des romantischen Fichtenhochwalds, erscheinen immer wieder die geheimnisvollen blauen Gewässer der natürlichen Quellen. Sie nennen sich Feenspiegel, Quelle der roten Hand, heitere Quellen ?

Zahlreiche kleine Kanäle verbinden die Weiher untereinander. Die hindurch fließende Strömung wölbt unmerklich die Oberfläche des Wassers.

Über kleine Brücken durchquert der Spaziergänger diesen traumhaften Ort. Der Entdeckungspfad führt ihn schließlich zu einer Platane, deren Stammumfang und schwindelerregende Höhe beeindrucken. Ihr hohes Alter macht sie zu einer Zeitzeugin der menschlichen Geschichte und zu einer Komplizin der magischen Feenwelt der blauen Quellen.